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Steuern / Umsatzsteuer 
Mittwoch, 16.10.2019

Unternehmenstätigkeit vom Ausland ins Inland verlagert: Vorsteuerabzug bei Maklerkosten

Wenn ein nach seiner Unternehmenstätigkeit zum Vorsteuerabzug berechtigtes Unternehmen Makler für die Wohnungssuche von Angestellten beauftragt, kann es hierfür den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. So entschied der Bundesfinanzhof zum Vorsteuerabzug aus Maklerleistungen für die Wohnungssuche von Angestellten, die aufgrund einer konzerninternen Funktionsverlagerung aus dem Ausland an den Standort einer Konzerngesellschaft in das Inland versetzt wurden (Az. V R 18/18).

Eine neu gegründete Gesellschaft, die einem international tätigen Konzern angehörte, klagte auf Anerkennung des Vorsteuerabzugs. Aufgrund einer konzerninternen Funktionsverlagerung wurden im Ausland tätige Mitarbeiter an den Standort der Klägerin in das Inland versetzt. Dabei wurde den Mitarbeitern zugesagt, Umzugskosten zu übernehmen. Insbesondere sollten sie bei der Suche nach einer Unterkunft unterstützt werden. Dementsprechend zahlte die Klägerin für Angestellte, die von anderen Konzerngesellschaften zu ihr wechselten und umzogen, Maklerprovisionen aus ihr erteilten Rechnungen.

Die Klägerin bekam in erster und zweiter Instanz Recht. Im Verhältnis zu den zu ihr versetzten Arbeitnehmern liege kein tauschähnlicher Umsatz vor, da durch die Vorteilsgewährung überhaupt erst die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, dass Arbeitsleistungen erbracht werden konnten. Zudem habe die Höhe der übernommenen Umzugskosten die Höhe des Gehalts nicht beeinflusst.

Es liege auch keine Entnahme vor, da von einem vorrangigen Interesse der Klägerin auszugehen sei, erfahrene Mitarbeiter des Konzerns – unabhängig von deren bisherigem Arbeits- und Wohnort – für den Aufbau der Klägerin als neuem Konzerndienstleister an ihren Unternehmensstandort zu holen. Der Vorsteuerabzug sei der Klägerin wegen des vorrangigen Unternehmensinteresses entsprechend ihrer steuerpflichtigen Tätigkeit zu gewähren.

Hinweis

Ob bei Inlandsumzügen auch so zu entscheiden ist, hatte der BFH im Streitfall nicht zu entscheiden.

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